Qualitaetsmanagement

23.2.2008

Vorreiter haben es schwerer

Abgelegt unter: Uncategorized — admin @ 14:27

Die Einführung eines Qualitäts-Managements in einer Arztpraxis in Traunreut

 

Das Beispiel der Zahnarztpraxis Dr. (IMF Bukarest) Thomas Fabritius,

Dr. (UMF Bukarest) Frank Fabritius,  Dr. Werner Mander in Traunreut zeigt jedoch, dass es mit gutem Willen und gezielter Unterstützung sehr gut klappt.

 

Der Beschluss der 72. Gesundheitsministerkonferenz der Länder 1999, auch niedergelassene Ärzte zur Einführung eines Qualitätsmanagements zu verpflichten hat viele Ärzte geärgert. Was hat das denn für einen Sinn, eine Praxis zu organisieren, die schon jahrelang bestens funktioniert und bei der das Wartezimmer immer voll ist?

Das haben sich viele Ärzte gefragt und fragen es sich noch heute.

Durch das zwangsweise eingeführte Qualitätsmanagement wird die Position der Krankenkassen und deren Verbände gestärkt. Das hat schon jetzt dazu geführt, dass zunehmend Verträge zwischen Kostenträgern und Fachärzten und Gruppen von Fachärzten geschlossen werden, wie das zwischen Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und Kostenträgern schon länger üblich ist. Eine Komponente dieser Verträge ist die Verpflichtung zur Etablierung und Aufrechterhaltung von Managementsystemen zur Sicherung der Behandlungsqualität.

Welche Modelle des Qualitätsmanagements im ärztlichen Gesundheitswesen eingesetzt werden ist nicht geregelt. Dementsprechend existiert eine Vielzahl von Modellen und eine entsprechende Unsicherheit, welche dieser Modelle geeignet sind.

zertifizierung-praxis-fabritius.JPGDie Praxis Dr. (IMF Bukarest) Thomas Fabritius, Dr. (UMF Bukarest) Frank Fabritius, Dr. Werner Mander hat sich für die internationalen Normen ISO 9000:2000 entschieden.
Die dazu gehörende Norm  ISO 9001:2000 ist ein branchenneutrales, prozessorientiertes und weltweit gültiges Regelwerk und stellt daher keine spezifischen Anforderungen an das ärztliche Gesundheitswesen. Die Anforderungen stellen sozusagen die Basis von Qualitätsmanagement-Systemen dar und sind sehr allgemein gehalten. Daher müssen sie vom Anwender erklärt  werden. Bei dem ISO 9001:2000 Zertifizierungsverfahren handelt es sich um eine Bewertung, bei der ein kompetenter Dritter (Zertifizierungsstelle) die Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung  mit den Anforderungen der Normen feststellt (Auditor) und mit einem Zertifikat bescheinigt.
Die Kosten für Einzelberatungen incl. Erstzertifizierungskosten liegen in der Größenordnung um 10.000 Euro. Das Zertifikat einer Zertifizierungsstelle ist 3 Jahre gültig, jährlich sollte ein Überwachungsaudit stattfinden.

 

Die Begeisterung kennt keine Grenzen

zertifizierung-praxis-fabritius-13.JPG

Es ist also nicht so, dass viele Ärzte ein Qualitätsmanagement einführen, sondern es sind die besonders interessierten gut geleiteten und größeren Praxen, die verstehen, dass ein klare Organisation und Kundenorientierung ihnen Vorteile bringt.

 Der Zertifizierungsverein IQM e.V.  (www.qm-germany.de)  hat die Arbeit der Praxis (QM-Beauftragte Frau Müller)  durch eine QM-Spezialistin (Frau Julia Pagel) unterstützt. Ein über hundert Seiten starkes Qualitätshandbuch ist entstanden, in dem die wesentlichen Aspekte des  Praxismanagements dieser Praxis festgehalten sind.

 

1.2.2008

Praxis Dr. Uhl hat das Audit zum Qualitäts-Management bestanden

Abgelegt unter: Arztpraxen — admin @ 10:22

Audit kommt von Hören und bedeutet, dass man sich etwas anhört. Viele Auditoren ver­ste­hen darunter eine Prüfung, so wie sie bei einer Prüfung der Verkehrssicherheit eines Autos durch­­geführt wird. Die Auditoren des IQM gehen hier einen anderen Weg und verstehen das  Audit als Fachgespräch zwischen einem Qualitätsfachmann und dem Qualitätsbeauftragten eines Unternehmens (hier einer Pra­xis), das zeigen soll, ob ein Qualitätsmanagement auch eingeführt ist und ob es vorgelebt wird. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Management-System, nicht auf der Art der Be­hand­lung, denn diese kennt der Arzt besser als jeder Auditor.

Das Streben nach ständiger Verbesserung der Qualität hat in der Medizin eine lange Tra­di­tion. In vielen Fällen ist dieses Streben aber unkoordiniert, auf einzelne Bereiche konzentriert und wenig systematisch umgesetzt worden. Erst in den letzten Jahren hat sich die Er­kennt­nis durchgesetzt, dass Qualität sehr umfassend gesehen werden muss und Qua­li­täts­ver­bes­se­rung durch umfassendes Qualitätsmanagement (QM) besser und nachhaltiger erreicht wer­den kann. Die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen in Arztpraxen stößt  daher zunehmend auf Interesse.

Als Auditor kam der 1. Vorstand des IQM e.V., Prof. Dr. Jamin am 30.1.2008 nach Gau­ting. Eben­falls anwesend war der Lehrbeauftragte der Hochschule München, Herr Nowak, der die Ein­führung des Qualitätsmanagementsystems in der Praxis betreut hat. Auditoren und Be­treu­er des IQM e.V. arbeiten stets als Team, das auf Dienstleister und Arztpraxen spe­zia­li­siert ist. Alle Mitglieder der IQM-Teams sind an der Fachhochschule München tätig und können daher ihre Dienste wis­­senschaftlich fundiert anbieten.
Basis des Qualitätsmanagements bildet ein Handbuch, in dem die wesentlichen Arbeits­ab­läu­fe der Praxis dokumentiert sind. Schon die Einleitung in das Handbuch ist lesenswert, denn sie zeigt, was mit einem Qualitätsmanagement erreicht werden soll. „Nicht die Er­rei­chung eines Zertifikats ist wichtig, sondern die Qualität der Arbeit und die Zufriedenheit der Pa­tien­ten stehen im Vordergrund.“  

dr-uhl-zertifizierung-am-3012008-2.JPGDie Praxisleitung und alle MitarbeiterInnen haben sich nämlich dazu verpflichtet, die Inhalte und Abläufe dieses Qualitätsmanagementhandbuches umzusetzen, einzuhalten und zu ver­bes­sern.

Hierin besteht der wahre Sinn eines Qualitätsmanagements.  Die Absicht zur kontinuierlichen Ver­besserung und Weiterentwicklung des QM–Systems steht im Vordergrund und Be­fra­gun­gen der Patienten aber auch Mitarbeiterbefragungen sind Pflicht.

 Eine Pflicht zur Zertifizierung von Arztpraxen gibt es nicht. Die Überprüfung der Wirk­sam­keit des Qualitätsmanagementsystems obliegt den „QM-Kommissionen“ der kassen­ärzt­li­chen Vereinigungen. Es ist geplant, dass diese die Einführung eines Qualitäts­management­systems stichprobenartig bei 2,5 % aller Niederlassungen überprüft.

Das Qualitäts-Handbuch von Dr. Uhl ist ein guter Beweis dafür, dass mit vertretbarem Auf­wand auch ein hervorragendes Ergebnis zustande kommt.

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