Audit kommt von Hören und bedeutet, dass man sich etwas anhört. Viele Auditoren verstehen darunter eine Prüfung, so wie sie bei einer Prüfung der Verkehrssicherheit eines Autos durchgeführt wird. Die Auditoren des IQM gehen hier einen anderen Weg und verstehen das Audit als Fachgespräch zwischen einem Qualitätsfachmann und dem Qualitätsbeauftragten eines Unternehmens (hier einer Praxis), das zeigen soll, ob ein Qualitätsmanagement auch eingeführt ist und ob es vorgelebt wird. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Management-System, nicht auf der Art der Behandlung, denn diese kennt der Arzt besser als jeder Auditor.
Das Streben nach ständiger Verbesserung der Qualität hat in der Medizin eine lange Tradition. In vielen Fällen ist dieses Streben aber unkoordiniert, auf einzelne Bereiche konzentriert und wenig systematisch umgesetzt worden. Erst in den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Qualität sehr umfassend gesehen werden muss und Qualitätsverbesserung durch umfassendes Qualitätsmanagement (QM) besser und nachhaltiger erreicht werden kann. Die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen in Arztpraxen stößt daher zunehmend auf Interesse.
Als Auditor kam der 1. Vorstand des IQM e.V., Prof. Dr. Jamin am 30.1.2008 nach Gauting. Ebenfalls anwesend war der Lehrbeauftragte der Hochschule München, Herr Nowak, der die Einführung des Qualitätsmanagementsystems in der Praxis betreut hat. Auditoren und Betreuer des IQM e.V. arbeiten stets als Team, das auf Dienstleister und Arztpraxen spezialisiert ist. Alle Mitglieder der IQM-Teams sind an der Fachhochschule München tätig und können daher ihre Dienste wissenschaftlich fundiert anbieten.
Basis des Qualitätsmanagements bildet ein Handbuch, in dem die wesentlichen Arbeitsabläufe der Praxis dokumentiert sind. Schon die Einleitung in das Handbuch ist lesenswert, denn sie zeigt, was mit einem Qualitätsmanagement erreicht werden soll. „Nicht die Erreichung eines Zertifikats ist wichtig, sondern die Qualität der Arbeit und die Zufriedenheit der Patienten stehen im Vordergrund.“
Die Praxisleitung und alle MitarbeiterInnen haben sich nämlich dazu verpflichtet, die Inhalte und Abläufe dieses Qualitätsmanagementhandbuches umzusetzen, einzuhalten und zu verbessern.
Hierin besteht der wahre Sinn eines Qualitätsmanagements. Die Absicht zur kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung des QM–Systems steht im Vordergrund und Befragungen der Patienten aber auch Mitarbeiterbefragungen sind Pflicht.
Eine Pflicht zur Zertifizierung von Arztpraxen gibt es nicht. Die Überprüfung der Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems obliegt den „QM-Kommissionen“ der kassenärztlichen Vereinigungen. Es ist geplant, dass diese die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems stichprobenartig bei 2,5 % aller Niederlassungen überprüft.
Das Qualitäts-Handbuch von Dr. Uhl ist ein guter Beweis dafür, dass mit vertretbarem Aufwand auch ein hervorragendes Ergebnis zustande kommt.